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Circus eins, Susanne Burmester Galerie
Gunilla Jähnichen
Ghosting
10.3.–28.4.19
 
 CIRCUS EINS
Circus 1
18581Putbus

CIRCUS EINS freut sich, Ghosting zu präsentieren, eine weitere Ausstellung der Berliner Künstlerin Gunilla Jähnichen in Putbus auf Rügen. Jähnichen zeigt dazu eine Auswahl von Werken, in denen sie sich mit dem Unsagbaren auseinandersetzt. In diesen Bildern beschäftigt sie sich mit einem Phänomen, das wir alle kennen: Auch wenn wir meinen, alles perfekt unter Kontrolle zu halten, gibt es doch etwas, dass uns verunsichert. Dies kann aus dem Unbewussten kommen oder aus dem sozialen Miteinander – in jedem Fall verändert es unseren Alltag. Bekannt für ihre herausragende Fähigkeit, mit malerischen Mitteln Stimmungen und Gefühle zu beschreiben, führt Jähnichen uns mit diesen Werken in ein Nachdenken über die eigene Existenz und zugleich in die reine Malerei. Die Künstlerin verzichtet immer wieder bewusst darauf, die Erwartungen zu erfüllen und zieht es vor, im Unbestimmten zu bleiben. Immer wieder tauchen seltsame Objekte auf oder Zusammenhänge, die nicht plausibel scheinen. Auf diese Weise lässt sie den Betrachtern viel Raum für eigene Assoziationen. Mit dem Titel der Ausstellung „Ghosting“ bezieht Jähnichen sich auf ein neuzeitliches Phänomen, das im Zusammenhang mit anonymen Kontaktbörsen im Internet entstanden ist. Dort treffen sich Menschen allein aufgrund von Übereinstimmungen in ihrem selbst angelegten Persönlichkeitsprofil. Doch immer wieder kommt es vor, dass Personen den Kontakt ohne vorherige Ankündigung abbrechen, obwohl schon persönliche Treffen stattgefunden haben. Die Unfähigkeit der Kommunikation scheint eine Ursache für dieses Abtauchen, das nach dem englischen Begriff für Geisterbild, „Ghosting“ genannt wird. Ihre Anregungen bezieht Gunilla Jähnichen gleichermaßen aus dem Comic, den Erzählwelten Haruki Murakamis oder den Bildern Paula Modersohn Beckers. Immer wieder durchkreuzt sie auch ihre eigenen Bilder und die Erwartungen des Kunstbetriebs mit störenden Elementen. Sie setzt Farben ein, die als naiv gelten, malt nur Punkte, obwohl sie besonders gut Augen malen kann oder gibt sich blauäugig, um hinter der Oberfläche das Unheil zu beschwören. Ihre Bilder oszillieren zwischen extrem naiv und bitterböse. Gunilla Jähnichen beweist mit dieser Ausstellung einmal mehr, dass sie nicht daran interessiert ist, naiv-figurative Bildwelten auszubreiten, die eine Geschichte erzählen – auch wenn der erste Eindruck dies vermittelt. Ihr geht es vielmehr darum, mit malerischen Mitteln Freiräume zu schaffen, in denen das Andere – was auch immer es sei – eintreten kann.
Text: Susanne Burmester

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